Die Frauen des Sport-Club haben das Nachholspiel vom 14. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga beim FC Carl Zeiss Jena mit 2:0 (1:0) gewonnen. Die Tore erzielten Maj Schneider (15.) und Lisa Karl (77.).
Nach der Länderspielphase in der Bundesliga und zuvor drei Heimspielen in Folge trat der Sport-Club beim FC Carl Zeiss Jena zum ersten Mal in diesem Jahr auswärts an. Die Partie musste vor drei Wochen wegen Unbespielbarkeit des Platzes in der "ad hoc arena" im Ernst-Abbe-Sportfeld abgesagt werden.
Beim Nachholtermin im März zeigte sich das Spielfeld wieder in einem besseren Zustand. Was nichts daran änderte, dass sich der Sport-Club den verdienten achten Saisonsieg auf immer noch holprigem Untergrund erarbeiten musste. Neben den drei Punkten wartete dafür als Lohn auch der Sprung auf den fünften Tabellenplatz.
„Es war ein verdienter Sieg und alles in allem ein gutes Spiel von uns“, sagte SC-Trainerin Theresa Merk. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut angefangen, hatten sehr viel Kontrolle über das Spiel und machen aus einer guten Spielaufbausituation für uns das Tor. Später wurde es ein bisschen wilder, weil Jena angefangen hat, höher anzulaufen“, so Merk. „Der Platz war auch nicht gerade ein Traum, deshalb galt es für uns, den Kampf anzunehmen. Das haben wir getan und wirklich jedes Duell mit maximaler Intensität geführt.“
Personell unverändert in Thüringen
In der Freiburger Anfangself gab es gegenüber dem 2:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln keine personellen Veränderungen. Lediglich die taktische Ausrichtung hatte Merk etwas modifiziert und schickte ihr Team diesmal in einer 4-3-3-Formation in die Partie. Nicht zur Verfügung standen weiterhin Hasret Kayikci (Reha nach Kreuzbandriss), Eileen Campbell (Reha nach Hüftoperation) und Tessa Blumenberg (muskuläre Probleme).
Die Thüringerinnen konzentrierten sich mit einer defensiven Fünferkette zunächst auf kompakte Verteidigungsarbeit. Der Sport-Club bestimmte von Beginn an die Partie, in der SC-Torhüterin Rafaela Borggräfe an ihrem 25. Geburtstag zunächst nicht viel zu halten bekam.
Schneider trifft zur Pausenführung
Auch die SC-Frauen brauchten eine gewisse Zeit, um zur ersten Torchance zu kommen. Dafür brachte diese bereits das Führungstor. Nach einem Antritt von Cora Zicai landete das Abspiel der Angreiferin bei Maj Schneider (15.), die mit einem Linksschuss aus 15 Metern unter die Latte traf. Für Schneider war es beim zweiten Startelfeinsatz das zweite Tor. Ihren Debüttreffer hatte die U19-Nationalspielerin im vergangenen Heimspiel gegen Köln erzielt. „Es freut mich natürlich sehr für sie, dass sie jetzt gleich im zweiten Einsatz mit dem zweiten Tor glänzen kann“, kommentierte Trainerin Merk und ergänzte: „Maj nimmt gerade eine tolle Entwicklung.“
Nach der Führung erarbeitete sich der Sport-Club weitere Chancen. Nach einer Flanke von Zicai wehrte Jasmin Janning den Ball gerade noch vor der eingelaufenen Lisa Kolb ab. Einen Schuss aus der Drehung von Zicai (20.) parierte die Torhüterin der Thüringerinnen, bevor wenig später ein Distanzschuss von Zicai über das Tor ging. Die mit Tempo nach vorne kombinierenden SC-Frauen hielten den Druck auch nach einer halben Stunde hoch.
Dominanter Auftritt im Flutlichtspiel
Vor dem eigenen Tor arbeiteten die Gäste ebenfalls konzentriert. Eine der wenigen Jenaer Möglichkeiten bot sich nach einem Konter der früheren Freiburgerin Melina Reuter, die nach einer Flanke aber den Ball im SC-Strafraum nicht unter Kontrolle bekam. Wesentlich knapper verpasste auf der Gegenseite Annabel Schasching eine Hereingabe von Lisa Karl (39.). Auch deshalb blieb es trotz weitgehender spielerischer Dominanz zur Pause bei einem sehr knappen Vorsprung für den Sport-Club.
Nach dem Seitenwechsel blieben die Kräfteverhältnisse unverändert. Karl (49.) kam nach einem Rückpass von Kolb einen Schritt zu spät. Einen weiteren Antritt von Zicai stoppte Janning. Die Thüringerinnen blieben trotzdem zweikampfstark und machten die Räume in der eigenen Hälfte immer wieder eng. Was bei den SC-Frauen auch Geduld erforderte, um zur nächsten klaren Möglichkeit zu kommen. Nach einem schönen Zusammenspiel mit Kolb hatte sich schließlich Zicai (63.) schon einschussbereit an den Fünfmeterraum vorgearbeitet, doch Verteidigerin Nelly Juckel klärte im letzten Moment zur Ecke.
Karl erhöht aus der Distanz
In der zunehmend umkämpften Partie kamen beim Sport-Club mit Svenja Fölmli und Leela Egli zwei frische Angreiferinnen ins Spiel, dem es inzwischen an Torchancen mangelte. Bis die zehn Minuten zuvor eingewechselte Fölmli eine Hereingabe in den Jenaer Strafraum zirkelte, wo Karl (77.) einen Schrägschuss mit Schwung und Präzision unhaltbar für Janning unter die Latte setzte und zum zweiten Mal für die SC-Frauen traf. Es war die Vorentscheidung in dieser Begegnung, die bis zum Schlusspfiff keine ähnlich spektakulären Szenen mehr aufzuweisen hatte.
Die SC-Frauen durften sich dafür über den zweiten Sieg in Folge und das Vorrücken in der Tabelle freuen. Nach der Partie bleibt die Mannschaft zunächst noch zwei Tage in Jena, um sich auf die nächste Begegnung und die Weiterreise nach Brandenburg vorzubereiten. Am kommenden Samstag, 8. März (12 Uhr) folgt die Auswärtspartie beim 1. FFC Turbine Potsdam. „Der heutige Sieg ist etwas, das wir mitnehmen können“, sagte Theresa Merk. „Das gibt Rückenwind und daran wollen wir jetzt anknüpfen.“
Dirk Rohde
Foto: Marco Steinbrenner / DeFodi Images
FC Carl Zeiss Jena: Janning – Juckel, Sträßer, Heuschkel, Ihlenburg, Gora (65. Metzner) – Bonsu (46. Margraf), Julevic, Gaißer (81. Woldmann) – Reuter (86. Reske), Jaron (86. Gentile) | |
Trainer: Florian Kästner | |
Bank: El Sherif (Tor), Fischer, Beyer, Kiontke | |
SC Freiburg: Borggräfe – Gudorf (83. Karich), Axtmann, Stierli, Karl – Felde, Schasching (83. Ojukwu), Schneider (67. Fölmli) – Kolb (73. Egli), Vobian, Zicai (83. Szenk) | |
Trainerin: Theresa Merk | |
Bank: Adamczyk (Tor), Steuerwald, Stegemann | |
Tore: 0:1 Schneider (15.), 0:2 Karl (77.) | |
Gelbe Karten: Karich – Kästner (Trainer), Juckel, Metzner | |
Gelb-Rote Karten: – | |
Rote Karten: – | |
Schiedsrichterin: Davina Lutz (Poppenhausen) | |
Zuschauer/innen: 550 |