Der Sport-Club unterliegt dem BVB mit 1:4 (0:1). Den einzigen Freiburger Treffer gegen vor dem Tor eiskalte Dortmunder erzielt Maximilian Eggestein.
Die äußeren Bedingungen waren optimal, das Auftreten des Sport-Club über weite Strecken gut – und doch sollte es ein bitterer Nachmittag für alle werden, die es mit dem SC halten.
Im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag entschied sich das Freiburger Trainerteam – teilweise gezwungenermaßen – für vier Änderungen in der Startelf: Für den an der Schulter verletzten Noah Atubolu stand Florian Müller im Tor. Auf den Außenverteidigerpositionen erhielten Lukas Kübler und Jordy Makengo den Vorzug vor Kiliann Sildillia und Christian Günter und im Sturm begann Junior Adamu anstelle von Michael Gregoritsch.
Beim BVB fehlten unter anderem die gelbgesperrten Nico Schlotterbeck und Yan Couto sowie Niklas Süle, der zuletzt über Beckenprobleme klagte. In der letzten Reihe mussten die Gäste aus dem Ruhrgebiet deshalb improvisieren und setzten, wie bereits beim 3:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 in der Vorwoche, auf eine für Dortmund eher ungewohnte Fünferkette. Der zuletzt angeschlagene Top-Scorer Serhou Guirassy kehrte in den Kader zurück.
Der Nationalspieler von Guinea sah nach acht Minuten von der Bank aus, wie Patrick Osterhage nach einer schönen Kombination der Breisgauer Vincenzo Grifo mit einem flachen Rückpass von der Grundlinie bediente, der Schuss des Freiburger Offensivspielers aus neun Metern jedoch gerade noch geblockt wurde. Auf der Gegenseite prüfte Daniel Svensson Florian Müller im SC-Tor mit einem Kopfball nach einer Flanke von Julian Ryerson erstmals (9.).
Schwungvolle Anfangsphase
Bei frühsommerlichen Temperaturen sahen die 34.700 Zuschauerinnen und Zuschauer im ausverkauften Europa-Park Stadion eine drangvolle Freiburger Anfangsphase mit einigen Szenen, die den Puls der Anwesenden nach oben trieb. Nach 14 Minuten war es erneut Osterhage, der Jordy Makengo mit einem herausragenden Zuspiel auf die Reise schickte. Der Linksverteidiger legte frei vor Gregor Kobel nochmal quer auf den mitgelaufenen Junior Adamu, der den Ball nicht richtig traf und weit neben das Tor setzte. Makengo stand beim Zuspiel aber wohl ohnehin im Abseits, die Fahne des Assistenten ging im Anschluss an die Szene nach oben.
Drei Minuten später forderten die SC-Fans gleich doppelt Elfmeter, sowohl bei einem vermeintlichen Handspiel von Rami Bensebainini als auch kurz danach bei einem Zweikampf zwischen Ritsu Doan und Daniel Svensson gab es diesen aber nicht.
Trotz leichter optischer Überlegenheit des Sport-Club war es die Mannschaft von Niko Kovac, die nach 34 Minuten das erste Mal Grund zum Jubeln hatte. Nach einer Flanke von Ryerson landete der zweite Ball bei Pascal Groß an der Strafraumkante, dessen Schussversuch, abgefälscht von Maximilian Beier, bei Karim Adeyemi landete. Der deutsche Nationalspieler schlug aus halblinker Position noch einen Haken und ließ Müller dann mit einem wuchtigen Abschluss aus elf Metern keine Abwehrgelegenheit.
Doan mit der Chance nach Wiederanpfiff
Es blieb beim 0:1 zur Pause – was sich aber unmittelbar nach dem Seitenwechsel beinahe geändert hätte. 20 Sekunden dauerte es, ehe Lucas Höler einen weiten Schlag mit dem Kopf auf Doan verlängerte, der frei vor dem Tor aus kurzer Distanz zwar zum Abschluss kam, mit diesem aber nur den herausstürmenden Torhüter der Schwarz-Gelben traf. „Wir waren sehr gut drin im Spiel. Bis zur 50. Minute kann ich komplett mit der Mannschaft mitgehen. Der Glaube war auch in der Halbzeit da, was mitnehmen zu können“, sagte Julian Schuster auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie.
Einzig: Das Glück war an diesem Tag nicht auf der Seite des SC. Nach 52 Minuten zog das Dortmunder Mittelfeld-Talent Carney Chukwuemeka aus 20 Metern ab. Der eher harmlose Schuss des Engländers wurde von Philipp Lienhart unglücklich abgefälscht und landete unhaltbar für Müller im Freiburger Tor. Zwei Minuten später scheiterte rund 100 Meter Luftlinie entfernt Adamu aus kurzer Distanz an Kobel. Kurz darauf verzog Höler aus der Drehung nach Zuspiel von Grifo (56.).
Auf Seiten der Freiburger lief Matthias Ginter an diesem Samstag zum 375. Mal in der Bundesliga auf – und steht damit nun in der Top 100 der Spieler mit den meisten Bundesligaeinsätzen. Trotz dieser eindrucksvollen Zahl – unter den aktuellen Feldspielern kommt nur Thomas Müller auf mehr Spiele im Oberhaus – dürfte auch der 31-Jährige diesem Samstag schnellstmöglich abhaken wollen.
Grund dafür war auch die 68. Minute, als Chukwuemeka Julian Brandt in die Tiefe schickte, der gebürtige Bremer frei vor Müller cool blieb und nochmal auf den eben eingewechselten Serhou Guirassy querlegte, der auf 0:3 erhöhte. Zehn Minuten später war es erneut ein Joker, der das Ergebnis aus Sicht der Gäste in die Höhe trieb. Nach Flanke von Ryerson traf Jamie Gittens per Kopf aus sechs Metern zum 0:4. Wiederum zehn Zeigerumdrehungen später erzielte Maximilian Eggestein auf Zuspiel von Ritsu Doan aus zwölf Metern das einzige Freiburger Tor des Tages. Sein Treffer zum 1:4 markierte den Endstand. „Ich fands total wichtig, trotzdem noch das eine Tor zu schießen. Das Ergebnis spiegelt heute nicht unsere Leistung wider“, sagte Julian Schuster nach der Partie.
Der Sport-Club bleibt damit bei 42 Punkten und hat am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in Mönchengladbach die nächste Gelegenheit, an dieser Zahl etwas zu verändern.
Marius Faller
Foto: Achim Keller
Aufstellung SC Freiburg: Müller - Kübler, Ginter, Lienhart (69., Rosenfelder), Makengo - Eggestein (81., Höfler), Osterhage - Doan, Höler (69., Dinkci), Grifo (81., Beste) - Adamu (81., Gregoritsch) | |
Trainer: Julian Schuster | |
Bank: Huth, Sildillia, Günter, Manzambi | |
Aufstellung Borussia Dortmund: Kobel - Anton, Can, Bensebaini (61., Özcan) - Ryerson, Groß, Svensson (80., Kabar) - Chukwuemeka (70., Nmecha), Brandt - Beier (61., Guirassy), Adeyemi (70., Gittens) | |
Trainer: Niko Kovac | |
Bank: Meyer, Lührs, Reyna, Duranville | |
Tore: 0:1 Adeyemi (34.), 0:2 Chukwuemeka (52.), 0:3 Guirassy (68.), 0:4 Gittens (78.), 1:4 Eggestein (88.) | |
Gelbe Karten: Ginter | |
Gelb-Rote Karten: | |
Rote Karten: | |
Schiedsrichter: Felix Zwayer | |
Zuschauer/innen (Fahrradzahl): 34.700 (7.046) |