Der Sport-Club empfängt am Samstag Borussia Dortmund im Europa-Park Stadion (15:30 Uhr, live auf Sky, im Ticker in unserem Matchcenter sowie als Audioreportage „Sportclub live“).
Es gibt Paarungen, bei denen man sich den Blick auf die reine Pflichtspielbilanz getrost schenken kann, will man sich die gute Laune nicht verderben. Deshalb folgt an dieser Stelle auch keine detaillierte Aufstellung der insgesamt 52 Aufeinandertreffen zwischen dem Sport-Club und dem BVB, sondern eine Auswahl an positiven Assoziationen aus der Vergangenheit: Das Wunderkerzenmeer an einem kalten Dezemberabend im Jahr 1993 in der ersten Bundesligasaison des SC, Jubelstürme im Anschluss an einen deutlichen 3:0-Zweitrundensieg im Pokal anno 2002, Nils Petersens Tor des Jahres 2018 von der Mittellinie gegen Ex-Freiburger Roman Bürki oder auch Vincenzo Grifos scharfe Hereingabe, die Manuel Akanji 2019 im Dreisamstadion in letzter Sekunde zu einem Eigentor zum 2:2-Endstand zwang.
Auch Trainer Julian Schuster legt den Fokus vor dem zweiten Heimspiel in Folge lieber auf jene Dinge, die in Hinsicht auf die kommende Partie gegen Schwarzgelb Mut machen: „Ich habe noch keinen erlebt, der freiwillig die weiße Fahne gehisst hat. Im Gegenteil. Was enorm hilft und uns Selbstvertrauen gibt, sind die Spiele zu Hause, in denen wir gegen Mannschaften mit hoher individueller Qualität gute Leistungen gezeigt haben. Diese Erfahrungen stecken auch in den Köpfen der Jungs. Wichtig ist, dass jeder, der spielt, mit voller Energie in die Begegnung geht und alles reinwirft.“
Eine notwendige Rückbetrachtung wiederum war in der Trainingswoche die Aufarbeitung der knappen Niederlage gegen Union Berlin vom vergangenen Wochenende, für die Schuster ein versöhnliches Fazit findet. „Das Spiel war in der Nachbetrachtung besser, als ich es währenddessen wahrgenommen habe.“ Gleichzeitig weiß der 39-Jährige auch um die berechtigten Kritikpunkte an der gezeigten Leistung: „Wir haben ein paar 50:50-Zweikämpfe im Mittelfeld verloren, die wichtig gewesen wären. Grade das erste Gegentor hätten wir im Kollektiv besser verteidigen müssen – das war mir zu einfach, auch vom Zeitpunkt her. Das müssen wir uns vorwerfen lassen.“
Für die Begegnung gegen den – seit dem Trainerwechsel von Nuri Sahin zu Niko Kovac deutlich stabilisierten – BVB gehe es nun darum „Lösungen in Ballbesitz zu finden, die zweiten Bälle zu gewinnen und aggressiv zu sein“. Neben den Langzeitverletzten können Merlin Röhl (nach Erkrankung im Individualtraining) und Noah Atubolu (Kapselverletzung) bei der Jagd nach den nächsten Zählern nicht mitwirken.
Unterstützt wird die Mannschaft am Samstag wieder von den Heimfans im komplett ausverkauften Europa-Park Stadion – die den Heimweg nach Spielende vielleicht ja mit neuen positiven Erinnerungen an Spiele gegen den BVB antreten können.
David Hildebrandt
Foto: Alexander Scheuber / dfl